Nur Helfer oder Hasser und nichts dazwischen

In einem „persönlichen Brief“ hat OB Dr. Kurz sich an die Bürger Mannheims gewandt. Die städtische Pressestelle kommentiert: „In dem Brief erläutert er die aktuelle Lage und betont aber auch die Herausforderungen und die damit verbundene notwendige Unterstützung durch EU, Bund und Land, um diese Herausforderung meistern zu können. Nicht zuletzt bedankt sich der Oberbürgermeister bei allen, die helfen und ganz praktisch und mit Zuversicht und Realismus anpacken.“

Da man in der Presse notwendigerweise nur kurze Zitate finden kann, folgt unten der komplette Brief. Bitte prüfen Sie selbst, was uns nicht zum ersten Mal auffiel: Der Brief ist vollkommen frei von Empathie für die große Mehrheit der Einwohner unserer Stadt. Kein einziger Satz gilt den massiven Eingriffen in die Lebenswelt und das Lebensgefühl von Abertausenden von Anliegern, Passanten, Nachbarn, Steuerzahlern, Menschen in Wartezimmern, Nachtarbeitern, Patienten, Opfern, und all den anderen Menschen. Mitbürger, denen führende Politiker sagen, sie sollten sich schon mal an ein künftiges anderes Deutschland gewöhnen. Für den Oberbürgermeister aller Mannheimer existieren die nicht. Für ihn gibt es nur Helfer zum Bedanken oder Hasser zum Anprangern, nichts dazwischen.

Wer regelmäßig Gemeinderats- und Ausschusssitzungen besucht, weiß, dass dieser Brief kein Ausrutscher ist. Das gleiche Muster prägt praktisch alle rot-grünen Diskussionsbeiträge und die meisten übrigen. Das muss wohl so sein, wenn man den Zustrom nicht ernsthaft stoppen will. Dann muss man sagen, die Folgen sind beherrschbar und alles wird gut.

Brief des Oberbürgermeisters an alle Bürgerinnen und Bürger zur Flüchtlingssituation in Mannheim | Mannheim.de